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um alphabetisch anzufangen müsste man halt erstmal alle kennen ... darum, *kreuz & quer*:

Zitat:
Brahmanismus - Indischer Raum
Als Brahmanismus wird der Vorläufer des Hinduismus bezeichnet, die Religion, die in Indien ca. 800 v. Chr. bis 500 v. Chr. dominierend war. Als philosophische Basis des Brahmanismus ist die Lehre von Atman (Seele) und Brahman (Weltseele) anzusehen, die in den Upanishaden formuliert wurde. Atman und Brahman gelten hier als wesensgleich, der Mensch müsse diese Identität jedoch erst spirituell erkennen, bevor er die Erlösung, die Moksha, erreichen kann. Wesentliche Fundamente aller indischen Religionen wurden in dieser Zeit gelegt, wie etwa die Vorstellung von Samsara, dem sich wiederholenden Kreislauf von Geburt und Tod, sowie das Gesetz des Karma. Die Lehre wurde von den Brahmanen formuliert, die in der hinduistischen Gesellschaft die Priester und Gelehrten stellten, und von Lehrern an die Schüler weitergegeben. Textgeschichtlich bilden die Brahmanas die Ausgangsgrundlage, Opfer- und Ritualtexte, die die korrekte Ausführung des Opfers in den Mittelpunkt stellen. Sie enthalten in einzelnen Kapiteln die vedischen Upanishaden, die die mechanistische Opfertechnik an vielen Stellen anzweifeln und philosophisch überwinden. Im Brahmanismus spielten die Brahmanen als Opfer- und Ritualexperten eine zentrale Rolle. Sie waren die Mittler zwischen den Menschen und den Göttern. Bhakti, die Hingabe eines Gläubigen an seinen persönlichen Gott, wie sie später besonders im Vishnuismus praktiziert wurde, spielte hier noch keine Rolle. Die Verehrung hinduistischer Götter wie Vishnu und Shiva entwickelte sich erst später. Mit dem Aufkommen des Buddhismus im 5. Jh. v. Chr. trat die dominante Position der Brahmanen zeitweise in den Hintergrund und der Brahmanismus verlor an Bedeutung. Die Inhalte der großen indischen Epen Ramayana, Mahabharata und hier besonders der Bhagavadgita, gewannen in religiöser Hinsicht an Einfluss und erste Anzeichen der Bhakti-Bewegung sind wahrzunehmen.


Zitat:
Jainismus - Indischer Raum
Der Jainismus, auch Jinismus ist eine in Indien beheimatete Religion, die etwa im 6./5. Jahrhundert v. Chr. entstanden ist. Ein historisch fassbarer Gründer ist Mahavira (um 599–527 v. Chr). Dem Jainismus gehörten 2001/02 etwa 4,4 Millionen Gläubige an, davon etwa 4,2 Millionen in Indien

Tirthankara
Die geistigen Führer des Jainismus werden als Tirthankara (Furtbereiter) bezeichnet, um ihre Funktion als Mittler zwischen der materiellen und der spirituellen Welt zu verdeutlichen. Von dem für ihren historisch faßbaren Begründer Mahavira verwendeten Ehrentitel Jina (Sieger) erhielt die Religion ihren Namen.

Das Kalpa-Sutra, eine heilige Schrift der Jainas, verzeichnet 24 Tirthankaras. Die Geschichten von Rishabha, dem ersten Tirthankara, sowie von Neminatha, Parshavanatha und Mahavira, den 22.–24. Tirthankaras, sind in dieser Schrift ausführlicher geschildert. Nur die letzten beiden gelten als historische Persönlichkeiten. Mahavira (skrt. „der große Held“) begründete den Jainisimus im 6. Jh. v. Chr., während sein Vorgänger Parshavanatha ca. 350 Jahre vorher gelebt haben soll.

Nach der dualistisch orientierten Vorstellung des Jainismus wechseln sich Zeitalter (Kalpa), in denen die menschlichen Tugenden und spirituellen Fähigkeiten wachsen, und solche des Niedergangs auf ewig ab. In jedem Zeitalter erscheinen 24 Tirthankaras. Das gegenwärtige Äon gilt als ein Zeitalter des Verfalls.

Nach Parshavanatha soll der Berg Parasnath benannt sein, auf welchem Parshavanatha der Legende nach sein Nirvana erreichte. Mit seinen 24 Tempeln, die die 24 Thirthankaras symbolisieren, ist der Berg ein bedeutender Pilgerort. Ein anderes bekanntes Heiligtum ist Shravanabelagola.
Tirthankara-Statue in einem Jain-Tempel in Mumbai (Bombay)

Religionsgeschichte
Die Swastika, eines der meistverwendeten Symbole des Jainismus

Der Jainismus hat wie der Buddhismus seine Wurzeln im Brahmanismus, der Vorgängerreligion des Hinduismus. Nach der Überlieferung der Gemeinde war der erste Tirthankarasi Rishabha, (um 1500 v. Chr.), ein Asket in der Stadt Pithunda, die Mahapadma Nanda später zerstörte. Aus der mythologischen Kette der 24 jainistischen Propheten lassen sich die letzten zwei auch historisch belegen: Parshva und Mahavira.

Parshva (Parsvantha) (der 23. Tirthankara, * um 872 v. Chr.) war der Sohn eines Königs von Benares. Er sagte dem Reichtum ab, wurde Asket und erhielt ein absolutes Wissen. Er gründete acht Gemeinden, woraus möglicherweise Mahavira entstammte, und soll im Alter von 100 Jahren gestorben sein.

Vardhamana Mahavira, Sohn des Königs Siddhartha, wurde in Kundalpur im Königreich Vaishali (heute Bihar) geboren. Einige Quellen datieren seine Geburt auf 599 v. Chr., also vor Buddha (ca. 560 v. Chr.), andere gehen davon aus, dass Mahavira jünger als Buddha sei und 539 oder 549 v. Chr. geboren worden sei. Mahaviras Mutter Trishala war im Traum die messianische Mission Mahaviras vorhergesagt worden.

Ähnlich wie Buddha verließ Mahavira im Alter von 28-30 Jahren seine Familie sowie das Königreich, ließ alles zurück und wurde Asket. 12 Jahre lebte er zurückgezogen in Wald- und Bergregionen und führte ein Leben in mönchischer Existenz, bis er in die Gesellschaft zurückkehrte, um seine Lehren zu verkünden.

Im Gegensatz zum Buddhismus richtet sich der Jainismus nicht als Reaktion gegen den Adel der brahmanischen Gesellschaft, sondern sieht sich eingebettet in die traditionellen philosophischen Überzeugungen. Mahavira war einerseits der Begründer einer neuen eigenständigen Lehre, suchte andererseits Reformen des bestehenden Systems. Der Hinduismus sah in der neuen Lehre aufgrund ihres Rigorismus keine Konkurrenz.

Der erste König des Maurya-Reichs im 4. Jahrhundert v. Chr., Chandragupta Maurya, soll im Alter seinen Thron verlassen haben und jainistischer Asket geworden sein. Nach dieser Zeit verbreitete sich der Jainismus in Südindien, wohin ein großer Teil der Gemeinde auswanderte. Viele indische Könige bekehrten sich zum Jainismus und unterstützten ihn. Auch im Osten Indiens in Andhra Pradesh und Orissa, dem Wirkungsbereich Mahaviras, blühte der Jainismus. Im westlichen Indien etablierte er sich in Gujarat unter der Herrschaft Kumarpals. Die islamische Invasion im 13. Jahrhunderts behinderte die Ausbreitung des Jainismus, führte aber nicht zu seinem Verschwinden, da eine hohe Selbstdisziplin und mönchisches Engagement für Resistenz sorgten. Eine Angleichung an den Hinduismus war im Mittelalter die Übernahme von Kastenregeln in abgeschwächter Form.

Philosophie
Der Jainismus geht davon aus, dass sich in der Welt zwei Prinzipien gegenüber stehen: Geistiges und Ungeistiges. Das Geistige beruht auf einer unendlichen Anzahl individueller Seelen (Jiva). Das Ungeistige umfasst die 5 Kategorien: Bewegung, Ruhe, Raum, Stoff und Zeit. Alles Stoffliche ist beseelt, nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch Pflanzen oder Wasser.

Die ursprüngliche Reinheit und Allwissenheit der Seele (Jiva) wird jedoch durch feinstoffliche Substanzen, die als Folge von Karma eindringen, getrübt. Dies zwingt zum Verbleib im Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara), bis alles Karma getilgt ist. Eine solche Reinigung der Seele wird im Jainismus durch sittliche Lebensweise und strenge Askese erreicht. Ist eine Seele von allen Verunreinigungen befreit, so steigt sie in den höchsten Himmel auf, um dort in ruhiger Seligkeit zu verharren. Dieses Stadium erreichen jedoch nicht alle Seelen. Die sogenannten abhavya jivas („unfähige Seelen“) können aufgrund ihrer natürlichen Veranlagung nie aus Samsara befreit werden.

Ethik
Die drei ethischen Grundprinzipien des Jainismus sind Ahimsa (Gewaltlosigkeit gegenüber allen Lebewesen), Aparigraha (Unabhängigkeit von unnötigem Besitz) und Satya (Wahrhaftigkeit). Wegen des Ideals der Nichtverletzung von Lebewesen ernähren sich Jainas ausschließlich so, dass weder Tier noch Pflanze dafür sterben müssen. Bedingt durch diese Prinzipien, üben Anhänger des Jainismus nicht jeden Beruf aus, weshalb sie beispielsweise oft im Handel und im Bankgewerbe arbeiten. Wegen der Strenge der Lebensführung war die Gemeinde nie sehr groß. Die Laien konnten wegen des Gewaltlosigkeitgebots weder in der Landwirtschaft arbeiten (beim Pflügen könnten Lebewesen verletzt werden), noch konnten sie sich dem Kriegshandwerk widmen.

Schulen
Jainas bilden nach ihrer Religionsauffassung zwei Gruppen, die Digambaras, „Luftgekleidete“ im Süden, deren Mönche den Abbildungen ihres Stifters entsprechend traditionell unbekleidet leben und die Shvetambaras, die „Weißgekleideten“ im Norden. Der Unterschied liegt im Traditionsverständnis, das sich aus dem jeweiligen Schrifttum ergibt.

Zeitliche Einordnung
Nach der Ansicht einiger Anhänger des Jainismus gehen die Ursprünge auf die nichtarische Zeit, die sogenannte dravidische Periode im dritten evtl. sogar 4. Jahrtausend v. Chr. zurück. Mahavira stellte demnach nur den letzten einer langen Reihen von Jaina-Lehrern dar. Wie auch im Hinduismus schätzen die Anhänger des Jainismus die eigene Religion somit wesentlich älter ein als Religionswissenschaftler und Indologen.
Die heterodoxe Religion (da sie die Veden nicht anerkennt) wurde von den Brahmanen zwar immer bekämpft, konnte sich aber nach einer Blütezeit im Mittelalter bis heute halten.


Zitat:
Manichäismus - persischer Raum
Der Manichäismus war eine antike offenbarte Religion. Das aktive Bemühen ihrer Vertreter, die Weisheit und das Wissen anderer Religionen, Kirchen und Traditionen aufzunehmen, wird oftmals als Synkretismus bezeichnet. Sie ist benannt nach ihrem Gründer, dem Perser Mani (216–276/277). Mit der Genehmigung des Sassanidenkönigs Schapur I. (r. 240/42–270) konnte Mani seine Lehre zumindest in Babylonien und den Südwesten des Iran verbreiten. Der Sassanidenkönig Bahram I. (r. 273–276/77) ließ ihn jedoch auf Anstiften des zoroastrischen Oberpriesters Kartirs verhaften. Mani starb in der Gefangenschaft; der Grund seines Todes ist nur aus manichäischen Quellen bekannt, in denen der Tod zur Kreuzigung stilisiert wurde, was aber unzutreffend ist.[1] Die Lehre des Mani wird des Öfteren als die der zwei Naturen (oder Substanzen, Prinzipien) und drei Zeiten (oder Epochen) bezeichnet. Die zwei Naturen sind die des Lichts und die der Finsternis, und die drei Zeiten sind die Zeit, in der beide Naturen getrennt waren, dann die Zeit, in der sie vermischt sind, und dann die Zeit, in der sie wieder (endgültig) getrennt sein werden.

Entstehung
Die Zeit, in der Mani heranwuchs, war zoroastrisch geprägt, aber Mani wuchs in einem judenchristlichen Umfeld auf. Er gehörte, ebenso wie sein Vater, nach Aussage des Kölner Mani-Kodexes den Elkesaiten an. In der früheren Forschung wurde die Täufergruppe fälschlich als Mandäer identifiziert. Noch in seiner Jugend hatte Mani Offenbarungserlebnisse. Nach Manis eigenen Worten erschien ihm mit zwölf Jahren zum ersten Mal sein von Gott gesandter Gefährte, der ihm bis zu seinem vierundzwanzigsten Lebensjahr „all das offenbarte, was war und sein wird, all das, was die Augen sehen, die Ohren hören und der Gedanke denkt“. Nach dem Abschluss dieser Offenbarungen löste er sich von der Täufersekte.

Kontakte
Reisen in den Osten brachten ihn in Kontakt mit dem Mahayana-Buddhismus. Mani sah die Beschränkungen dieser Religionen, die nur in einzelnen Sprachen und für einzelne Völker Verbindlichkeit besaßen und deren Angehörige oft unter sich um die Lehre stritten. Daher bemühte er sich, die Schriften seiner Religion noch zu seinen Lebzeiten aufschreiben zu lassen, die Lehre eindeutig zu formulieren, um Schismen zu vermeiden und sie weltweit zu verbreiten. Bis zu seiner Hinrichtung missionierte er im Perserreich, doch seine Anhänger brachten den Manichäismus nach Westen ins Römische Reich, nach Osten bis in das Kaiserreich China.

Mani verstand sich selbst als Nachfolger der großen Religionsstifter: Jesu, Zarathustras und Siddhartha Gautamas (Buddhas). Entsprechend stellt der Manichäismus eine synkretistische Lehre dar, die sowohl zoroastrische, christliche als auch buddhistische Elemente enthält. Auch die geistige Strömung des Gnostizismus hatte Einfluss auf Manis Religion. Das führte dazu, dass der Manichäismus im Mittelmeerraum als „Kirche des heiligen Geistes“ auftrat und der Prophet Mani als der von Christus verheißene Paraklet galt, in anderen Teilen der Welt der Religionsstifter als Wiedergeburt des Laozi oder als neuer Buddha gesehen wurde.

Im Bereich der östlichen Manichäer um Samarkand sind vom 4. bis 6. Jahrhundert – als das Parthische als gesprochene, nicht jedoch liturgische Sprache am Aussterben war – buddhistische Einflüsse auf liturgische Texte erkennbar.

Mythos
Am Anfang war das Lichtreich Gottes, dessen Wesen fünf Denkformen umfasste: Vernunft, Denken, Einsicht, Sinne und Überlegung. Demgegenüber steht das Reich der Finsternis, bestehend aus Rauch, Feuer, Wind, Wasser und Finsternis. In diesem Reich herrscht Kampf und Uneinigkeit. Während seiner inneren Kämpfe attackiert die Finsternis das Licht. Gott der Vater ist Friede und will daher keinen Kampf. Aus diesem Grund sendet er seinen Sohn in den Kampf, damit dieser von der Finsternis gefangengenommen wird. Durch das Opfer seines Sohnes bleibt zum einen das Lichtreich unversehrt, zum anderen wird der endgültige Sieg über die Finsternis damit vorbereitet. Um die Lichtelemente zu retten, wird die Welt erschaffen; dabei bildet der „lebendige Geist“ die übrig gebliebenen Lichtelemente zu Sonne, Monde, Gestirne, Himmel und Erde, die somit eine Vermischung von Licht und Finsternis darstellen. Erst der „Dritte Gesandte“, nach Urmensch (Gayomarth) und lebendigem Geist, setzt die Räder (Feuer, Wasser und Wind) in Bewegung, welche das Licht nach oben zur Milchstraße ableiten und letztendlich an die Sonne weitergeben. Danach enthüllt sich der „Dritte Gesandte“ zum Menschenpaar (Adam und Eva), das fortan für das Weltschicksal verantwortlich ist. Um ihrer Rolle gerecht werden zu können, sendet der „Dritte Gesandte“ „Jesus den Glanz“, der den Menschen über die „göttliche Vernunft“ aufklärt.

Die Endzeit tritt dann ein, wenn die Lichtbefreiung fast vollendet ist und die materielle Welt zu einem Klumpen zusammengeschmolzen wird. Eine Neuerstehung, nach der endgültigen Trennung von Licht und Finsternis, findet nicht statt.

Lehre
In der manichäistischen Weltsicht stehen sich das göttliche Lichtreich und das Reich der Finsternis als Gegner gegenüber. Durch den Kampf zwischen diesen Mächten sind Teile des Lichts von der Finsternis gefangen und in der Welt eingeschlossen worden (vgl. Abschnitt zum Mythos). Lebewesen zu töten, ja allein schon Obst zu pflücken, verletzt diese göttliche Substanz und verlängert ihre Gefangenschaft in der Welt.

Um das Licht zu befreien und wieder zum Reich Gottes hinzuzufügen, braucht es die „Auserwählten“. Sie vermeiden jegliche Verletzung des eingeschlossenen Lichtes bzw. die Verlängerung seiner Gefangenschaft, indem sie keinen Geschlechtsverkehr haben und weder Menschen, Tiere noch Pflanzen verletzen. Für ihre Nahrungsbeschaffung müssen daher die „Hörer“ sorgen, eine Art manichäische Laien. In der Verdauung der Auserwählten wird das Licht von der Finsternis geschieden und durch Gesang und Gebet kann es wieder zu Gott zurückkehren.

Hörer mussten dafür zu ihrer Reinigung mehrere Inkarnationen durchlaufen, was von einzelnen in Beziehung zur mittelalterlichen Lehre vom Fegefeuer gesetzt wird.

Die Weltgeschichte endet mit einem Gericht, in dem Licht und Finsternis auf ewige Zeiten getrennt werden.

Gliederung der manichäistischen Kirche und Ethik
Mani unterteilte seine Anhänger in zwei Gruppen, die er in Hörer („Auditores“) und Auserwählte („Electi“) unterschied. Den Auserwählten wurden drei ethische Grundsätze (oder Siegel) auferlegt. Die Hörer sollten diese zumindest am Sonntag befolgen.

* Siegel des Mundes, mit der Enthaltung von Fleisch, Blut, Wein, Früchten und Fluchworten.
* Siegel der Hände, mit der Enthaltung von jeglicher Arbeit. Nur zur Begrüßung durfte die rechte Hand gereicht werden, des Weiteren waren auch rituelle Handauflegungen sowie jede Form geistiger Arbeit ausgenommen.
* Siegel der Enthaltsamkeit, mit dem Verbot jeglichen Geschlechtsverkehrs.

Für den Ritus wichtig waren Gebete, Rezitieren von Hymnen, feierliches Abendmahl, die wöchentliche Beichte und magische Rituale.
Geschichte [Bearbeiten]
Manichäische Priester, Wandfreske aus Khocho, Xinjiang, 10. und 11. Jahrhundert nach Christus (Museum für Asiatische Kunst in Berlin-Dahlem)

Der Manichäismus breitete sich in der Spätantike im 3. und 4. Jahrhundert rasch in Persien und den umliegenden Regionen aus. Ein Bruder des persischen Großkönigs Schapur I. konvertierte zum Manichäismus, unter Schapurs Nachfolgern wurden die Manichäer jedoch verfolgt. Ende des 4. Jahrhunderts war der Manichäismus bereits in vielen Teilen des Römischen Reiches präsent (wo schon unter Diokletian ebenfalls gegen Manichäer vorgegangen worden war), unter anderem in Nordafrika, wo der spätere christliche Kirchenvater Augustinus von Hippo zehn Jahre Hörer – Auditor – der Manichäer war. Nach seiner Abwendung von dieser Lehre (und der Hinwendung zum Skeptizismus, gefolgt vom Neuplatonismus und anschließend zum Christentum) bestimmten seine polemischen Schriften gegen die Manichäer bis in das 20. Jahrhundert die europäischen Vorstellungen vom Manichäismus. In welchem Umfang der Manichäismus Augustinus’ Denken mit formte und so Eingang ins (vor allem westliche) Christentum fand, ist nicht bis ins Letzte geklärt. Alfred Adam vertritt die These, Augustinus sei auch als Christ vom Manichäismus beeinflusst gewesen und führt Lehren wie den starken Dualismus (Staaten des Guten und Bösen in seinem Werk Gottesstaat), die Fegefeuerlehre (Inkarnation der „Hörer“), die Höllenlehre, die Erbsündenlehre, die Lehre der doppelten Prädestination (electi, auditores und Sünder), den Kreislauf (zwei Staaten zu Anfang und zum Ende) und die Körper- und Sexualfeindlichkeit auf den Manichäismus zurück.

Durch rege Missionstätigkeit breitete sich der Manichäismus bis in das Kaiserreich China und Spanien aus. Der Manichäismus wurde 762 unter Bögü Khan Staatsreligion der Uiguren. Die Gründe für den großen missionarischen Erfolg des Manichäismus sind bisher nicht völlig geklärt. Ein Faktor war sicherlich seine Anpassungsfähigkeit an lokale Gegebenheiten: Die Manichäer passten den Wortschatz ihrer Lehre im Osten dem Buddhismus und im Westen dem Christentum an, wobei der spezifische Gehalt ihrer religiösen Botschaft und ihre Identität trotz der unterschiedlichen Terminologie bemerkenswert homogen waren.

In Westeuropa gelangte der Einfluss der manichäischen Gemeinden vor allem nach Oberitalien, Spanien, Südfrankreich, teilweise sogar bis in die Rheinebene sowie nach Flandern und Holland. Er war zeitweise eine ernsthafte Konkurrenz für das Christentum und hielt sich trotz heftiger Verfolgung bis ins fünfte Jahrhundert. In China ging die Religion etwa im 14. Jahrhundert unter. Anhänger des Manichäismus übten einen gewissen Einfluss auf die Gründung der Ming-Dynastie aus (Ming bedeutet „hell“ bzw. „Licht“). Die Manichäer im südwestlichen China zählten zu den einflussreichen Rebellengruppen.

Die heutige Forschung über den Manichäismus stützt sich stark auf die 1930 in Medinet Madi (Medînet Mâdi) in Ägypten gefundenen Texte. Dabei handelt es sich um mindestens 51 verschiedene Schriften in koptischer Sprache. Die meisten stammen aus dem 4. Jahrhundert und sind Übersetzungen verlorener Originale in griechischer Sprache. Ein weiterer wichtiger Hinweis ist der seit der Mitte des 20. Jahrhunderts bekannte Kölner Mani-Kodex aus dem 5. Jahrhundert, das kleinste Buch der Antike. Auf winzigen Pergamentseiten ist die Lebensgeschichte Manis festgehalten.

Verschiedene neugnostische Bewegungen berufen sich auf den Manichäismus.

Manichäer und Ketzer
Bereits in der Spätantike wurde "Manichäer" oft als Synonym für "Ketzer" benutzt; daher ist es nicht immer möglich zu entscheiden, ob es sich bei den so bezeichneten heterodoxen Gruppen tatsächlich um Manichäer im engeren Sinne handelte.[3] Auch nachdem der Manichäismus als eigene Religion in Europa verschwunden war, hielt sich die Bezeichnung vor allem als polemischer Ausdruck für ketzerische Gruppen, die aber meist inhaltlich keinerlei Übereinstimmungen mit der manichäischen Lehre aufwiesen. Parallelen zum manichäischen Dualismus gab es bei den Bogomilen und Katharern (Albigensern); beide werden in zeitgenössischen Schriften als Manichäer bezeichnet, eine direkte Beziehung zum Manichäismus ist jedoch nicht erwiesen.


Zitat:
Zoroastrismuss - persischer Raum
Der Zoroastrismus bzw. Zarathustrismus (auch: Mazdaismus oder Parsismus) ist eine wohl zwischen 1800 v. Chr. und 600 v. Chr. vermutlich im Baktrien (das heutige Balkh im persischen Khorasan im Mittelalter und im heutigen Afghanistan) entstandene, monotheistische (zumindest in ihren frühen Ausprägungen aber auch dualistische) Religion mit heute etwa 120.000–150.000 Anhängern, die ursprünglich im iranischen Raum verbreitet war. Die Anhänger des Zoroastrismus werden Zoroastrier oder Zarathustrier genannt, die Anhängerschaft im heutigen Indien bezeichnet man auch als Parsen. Der Religionsstifter war Zarathustra (griech.: Zoroaster), über dessen Datierung in der Forschung bis heute Uneinigkeit herrscht. Im Zentrum des auf ihn zurückgeführten Glaubens, der aber auf ältere iranische Kulte zurückgeht, steht der Schöpfergott Ahura Mazda/Ohrmazd (daher manchmal auch „Mazdaismus“). Er wird begleitet von unsterblichen Heiligen (Amesha Spenta) sowie von seinem Widersacher, dem bösen Dämon Angra Mainyu (Ahriman). Obwohl die Zoroastrier mehrere Gottheiten (z. B.: Anahita oder Mithra) kennen, die Ahura Mazda unterstützen, ist die Religion grundsätzlich vom Dualismus zwischen Ahura Mazda und Ahriman geprägt: „Und im Anbeginn waren diese beiden Geister, die Zwillinge, die nach ihrem eigenen Worte das Gute und das Böse im Denken, Reden und Tun heißen. Zwischen ihnen haben die Guthandelnden richtig gewählt.“ In der Spätantike war unter den Sassaniden die zurvanistische Variante des Zoroastrismus weit verbreitet, in der der gute und der böse Geist als die Kinder der „unendlichen Zeit“ (Zurvan/Zervan, Neupersisch Zaman) galten. Der Zoroastrismus, dessen Anhänger schon im Koran (Sure 22, Vers 17) genannt sind, ist nach der islamischen Gesetzeslehre eine „Buchreligion“ und basiert auf der heiligen Schrift Avesta. Gottesbilder sind dem Zoroastrismus fremd. Er kennt allerdings Feuertempel, in denen eine heilige Flamme gehütet wird, die als Symbol der Gottheit gilt.

Lehre
Die zuverlässigste Quelle für unsere Kenntnis der Lehren Zarathustras ist die in der Avesta (auch Zendavesta), dem religiösen Buch der Zoroastrier, enthaltene Sammlung der Gathas oder Lieder, welche entweder von Zarathustra selbst oder von seinen Jüngern verfasst sind. Es bestand ursprünglich aus 21 Büchern. Als Yasna bezeichnet man die überlieferten 72 Kapitel des Avesta (die heute noch bei den Zarathustriern im Gottesdienst verwendet werden), wobei sich 16 Kapitel, die Gathas (Gesänge), wohl direkt auf Zarathustra zurückführen lassen.

Hiernach ist Gott, welcher die Welt geschaffen hat und erhält, welcher der Anfang und das Ende ist, Ahura Mazda (der Weise Herr). Von Ihm gehen sechs gute Geister (Erzengel) aus, die späteren Amschaspands („Unsterbliche Heilige“), welche Tugend, Wahrhaftigkeit bzw. Heiligkeit, gute Gesinnung, Demut bzw. Weisheit, Herrschaft bzw. Besitz, Gesundheit und Langlebigkeit bzw. Unsterblichkeit heißen. Sie sind reine Allegorien und werden oft, besonders die beiden letzten, als Güter angerufen, welche Ahura Mazda gebeten wird, den Frommen zu verleihen.

Ahura Mazda wird Angra Mainyu (später Ahreman im Mittelpersischen und Ahriman im Neupersischen), d. h. der böse Geist, gegenübergestellt (vgl.: Teufel!), der ihm in Gedanken, Worten und Werken entgegengesetzt ist. Die beiden zusammen werden als die „Zwillinge“ dargestellt, welche das Gute und Böse erschaffen haben, und es treten den sechs guten Geistern ebenso viele böse, von Angra Mainyu geschaffene gegenüber, von denen jedoch nur die „Lüge“ und die „böse Gesinnung“ bereits in den Gäthas erscheinen, während die übrigen erst ein Produkt der späteren Ausbildung der Zoroastrischen Lehre sind.

In der Menschenwelt stehen sich ebenso schroff Menschen, die sich für das Gute entschieden haben, die Frommen oder Gläubigen, und die Götzendiener gegenüber, die sich für das Böse entschieden haben. Letztere werden auch als „Blinde und Taube“ bezeichnet. Der Fromme, der auf den Pfaden der Wahrhaftigkeit (Asha) und der Weisheit wandelt, erlangt in diesem Leben Reichtum, Nachkommenschaft und Macht, Gesundheit und langes Leben. Nach dem Tod gelangen die Seelen an die invat-Brücke. Hier wird Gericht über Gute und Böse gehalten (siehe auch: jüngstes Gericht der Offenbarung des Johannes!). Für den rechtschaffenen Menschen ist die Brücke breit wie ein Pfad, für den anderen schmal wie eine Messerklinge. Die Guten gelangen in die seligen Gefilde des Paradieses Garodemäna (später Garotman), des „Orts der Lobgesänge“ (siehe auch: Himmel); die Seele des Bösen aber gelangt an den „schlechtesten Ort“, das heißt in die Hölle. Parallelen zur späteren christlichen Lehre vom Jüngsten Gericht und zur Eschatologie im Islam sind unverkennbar.

Der Kampf zwischen Gut und Böse dauert vier Perioden zu jeweils 3000 Jahren. Das Reich des Ahura Mazdas steht am Ende des Kampfes. Ein Weltgericht wird stattfinden, das die Bösen bestrafen und die Guten belohnen wird. Und dereinst, wenn die Welt untergeht, wird das Jüngste Gericht stattfinden, der böse Geist verschwinden und ein neues, ewiges Reich des Ahura Mazdas entstehen. Grundlagen dieser Vorstellungen lassen sich schon in der Urzeit nachweisen, als die Iranier mit den stammverwandten Indern noch ein einziges Volk bildeten, so namentlich die Namen der sechs guten Geister, der Name der Lüge (im Zendavesta Drudsch, in den Wedas der Inder Druh, das deutsche Trug) etc.

Ahura Mazda entspricht dem Wesen nach dem indischen Varuna und wird mancherorts als ein Reflex des Himmelsgottes verstanden, der schon von den Indoeuropäern verehrt wurde. Auch der Kampf zwischen den guten Mächten des Lichts und den bösen der Finsternis und der Trockenheit ist eine uralte Vorstellung. Er wurde im Iran potenziert, indem die letzteren unter ein Oberhaupt gestellt und dieses mit einem ähnlichen Hofstaat wie das Oberhaupt der guten Schöpfung umgeben wurde.

Als tragende Achse der zoroastrischen Ethik erscheint die Wahrheit, deren hohe Bedeutung uns in den Gathas unter anderem in den besonders häufigen und bittenden Anrufungen durch die Person Zarathustras begegnet.

Andere Gottheiten oder Dämonen von Vorgängerreligionen fanden in der spiritualistischen und von philosophischen Tendenzen getragenen Lehre Zarathustras keinen Platz, so:

* der Sonnengott Mithra, der in der Urzeit der unzertrennliche Genosse des Himmelsgottes gewesen war;
* der Gott Haoma (Soma), die Personifikation des Trankes, welcher den Göttern im Opfer dargebracht wurde, um sich damit zu berauschen;
* die Fravashi oder Seelen der Abgestorbenen, deren uralter Gottesdienst sich auch bei den Römern in den bekannten Kultes der Manen noch erhalten hat;
* die Wolkenschlange Aschi (Ahi), welche von dem Gotte des Lichts mit seiner Blitzwaffe gezwungen wird, das befruchtende Wasser des Regens, das sie entführt hat, zurückzugeben.

Diese und andere sinnlich-realistische Gottheiten der Urzeit machten jedoch ihre Rechte wieder geltend in dem späteren Zoroastrismus, wie er in den jüngeren Teilen des Zendavesta und den Angaben der Griechen über die Religion der Iranier vorliegt, indem die Priesterschaft es vorteilhaft fand, dem mit den ererbten derberen Vorstellungen angefüllten Volksgeist zu schmeicheln.

Auch Personifikationen der reinen Elemente, vor allen des Feuers, das in verschiedenen Formen verehrt wird, und des Wassers, das sich in der später mit der vorderasiatischen Mylitta vermischten Ardvisura Anahita verkörpert, spielen in dem reichbevölkerten Götterhimmel des späteren Zoroastrismus eine hervorragende Rolle. Wegen ihrer Verehrung des Feuers war sie in der griechischen Welt (Herodot) als „Feueranbeter“ bekannt.

Kaum minder zahlreich sind die bösen Geister, welche Daeva, Drudsch, Pairikas (Peri) genannt und teils als Unholdinnen gedacht wurden, die mit bösen Menschen in fleischlichem Verkehr stehen und die Guten zu verführen trachten, teils als tückische Dämonen, welche Trockenheit, Misswuchs, Seuchen und andere Plagen über die Welt verhängen.

Eine systematisierende Richtung, welche in den Schulen der Priester aufkam, führte zu einer vollkommenen Verteilung der Schöpfung bis auf die Tiere herab unter die beiden Oberhäupter der guten und der bösen Schöpfung. Daher gilt es für eine der wichtigsten Pflichten namentlich der Priester, die zu diesem Zweck mit einem besonderen Instrument versehen waren, die Tiere des bösen Geistes, Schlangen, Mäuse, Ameisen, zu vertilgen, während dagegen die absichtliche oder unabsichtliche Tötung von Tieren des guten Geistes, wie Biber, Hunde u. a., mit schweren Bußen gesühnt werden musste.

Die ganze Weltgeschichte besteht nach der Lehre der Parsen, von der schon Plutarch unterrichtet war, in einem großen Kampf zwischen Ahura Mazda und Anramainyu, der im ganzen 12.000 Jahre andauern soll.

Die Schöpfungsgeschichte des Zoroastrismus besagt, dass Ahura Mazda in den ersten 3000 Jahren durch einen lang herrschenden Windhauch zuerst den eiförmigen Himmel und daraufhin die Erde und die Pflanzen erschuf. In dem zweiten Zyklus von 3000 Jahren entstanden die Urtiere und danach der Urmensch. Dann ist der Einbruch des Anramainyu erfolgt, welcher den Urmenschen und den Urstier tötet und eine Periode des Kampfes eröffnet, die ihr Ende erst mit der Geburt des Zarathustra erreicht. Dieses Ereignis fällt in das 31. Jahr der Regierung des Königs Vistaspa. Und von da an werden wieder 3000 Jahre vergehen, bis der Heiland Saoschjant geboren wird, welcher die bösen Geister vernichten und eine neue, unvergängliche Welt herbeiführen wird; auch die Toten sollen dann auferstehen.

Statt des einen Messias werden an anderen Stellen deren drei genannt, wodurch sich also diese Lehre von der entsprechenden des Alten Testaments unterscheidet. Dagegen stimmt die Lehre von der Auferstehung sogar in Details mit der christlichen überein, so dass die Annahme einer Entlehnung der letzteren aus der Religion der den Hebräern benachbarten Zarathustristen eine nicht unbedeutende Wahrscheinlichkeit für sich hat (allerdings ist das Auferstehungsphänomen ein sehr altes religiöses Phänomen, welches sich u.a. auch in der altägyptischen Religion findet).

Entwicklung und Ausbreitung
In späteren Epochen des Zoroastrismus bildeten sich mehrere Abspaltungen, welche den Gegensatz zwischen Ahura Mazda und Ahriman in einer höheren Einheit aufzulösen suchten, indem sie als die gemeinsame Quelle beider die Zeit, das Schicksal, das Licht oder den Raum annahmen.

Die bekannteste darunter ist die bereits erwähnte Gruppe der Zurvaniten, deren Lehrmeinung, dass die unsterbliche Zeit (Zurvan) das Urprinzip der Dinge sei, im 5. Jahrhundert n. Chr unter König Yazdegerd I. (Iesdegerd) offenbar die dominierende Religion im neupersischen Sassanidenreich wurde; die „unermessliche Zeit“ (zrvan akerene) wird schon im Zendavesta angerufen. Der Zeitgott, Zervan oder Zurvan, wird als ein viergestaltiger Gott (Ahura Mazda, Güte, Religion und Zeit) dargestellt. Er steht über Gott und Teufel, die seine Söhne sind. Zurvan ist der unendliche Raum und die unendliche Zeit. Durch die Entstehung von Gott und dem Bösen wird das Licht von der Finsternis geschieden.

Belege für den weitreichenden Einfluss des Zoroastrismus auch auf die Religionen benachbarter Völker liefern der Mithraismus, der sich über Vorderasien zur Zeit des römischen Reichs bis ins Abendland verbreitete, und die Religion des Mani, der Manichäismus, der im 3. Jahrhundert n. Chr. aus einer Verschmelzung der Zoroastrischen mit christlichen und buddhistischen Lehren entstand und eine Zeitlang von China über Mittelasien bis nach Italien, Spanien und Südfrankreich verbreitet war.

Zarathustras Lehren sind über das Judentum (s. Babylonisches Exil) auch in das Christentum eingeflossen und in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen. Speziell die Begriffe Himmel und Hölle waren im Judentum vorher unbekannt; der Teufel als Gegenspieler Gottes geht vermutlich auf Ahriman zurück. Das Ausbreiten des Engel-Glaubens greift sicher auch auf Zoroaster zurück (Engelgestalten und der Glaube an sie finden sich bereits in den archaischen Hochkulturen, zum Beispiel in Babylonien, Assyrien etc.).

Der Zoroastrismus war, anders als in der älteren Forschung angenommen, höchstwahrscheinlich nicht die „Staatsreligion“ des alten Perserreichs der Achämeniden, welches durch Alexander den Großen vernichtet wurde. Vielmehr ist dessen Bedeutung in dieser Zeit unklar; manche Forscher glauben, dass die Achämeniden keine Zoroastrier waren, sondern Ahura Mazda in anderer Form verehrten. Anders als oft vermutet, scheint der Zoroastrismus dann unter den Parthern nicht eine unwichtigere, sondern im Gegenteil eine recht bedeutende Rolle gespielt zu haben. Im Sassanidenreich (3. bis 7. Jahrhundert n. Chr.) wurde die Religion dann zur wichtigsten (aber nicht zur einzig erlaubten) Religion und erlebte ihre höchste Blüte. Obwohl zeitweise die Anhänger anderer religiöser Gruppen, etwa Buddhisten, Christen, Juden und Manichäer verfolgt und ermordet wurden, wie die Inschriften des Mobeds Kartir belegen, nimmt die moderne Forschung heute zumeist an, dass hierfür eher politische als religiöse Motive den Ausschlag gaben. Mehrere Einzelheiten in Bezug auf den Zoroastrismus in sassanidischer Zeit sind jedoch umstritten. Der Umstand, dass die große Mehrheit der zoroastrischen Quellen erst nach dem Untergang des Reiches entstanden sind und daher vielleicht ein verzerrtes Bild zeichnen, erschwert gesicherte Aussagen.

Als bevorzugte Religion löste sich der Zoroastrismus in Folge der islamischen Eroberung des sassanidischen Reiches in den Jahren nach 636 langsam auf. Der Islam nahm als Religion beständig an Bedeutung zu, aber erst seit zirka 900 stellten die Moslems die Mehrheit im Iran. Viele iranische Feste bergen aber „insgeheim“ das zarathustrische Erbe in sich und werden noch heute im schiitischen Iran, teilweise in synkretischer Form, gefeiert. Das bedeutendste dieser Feste ist das „Frühlingsfest“ Nouruz, dessen Wurzeln noch weiter zurückreichen dürften.

Mit der Ausbreitung des Islams im Iran wurde der Zoroastrismus zunehmend unterdrückt, weshalb viele Zarathustrier vor ca. 1000 Jahren ins Ausland emigrierten, vor allem nach Indien, wo man ihnen den Namen Parsen (d. h.: Perser) gab. Vom Zoroastrismus trennten sich bereits in der Antike mehrere Seitenströmungen ab, darunter der Mithras-Kult, der sich, als Mysterienkult besonders unter den Soldaten, westwärts über das gesamte Römische Reich ausbreitete. Auch der Manichäismus begann als Reformbewegung innerhalb des Zoroastrismus. Wichtig waren daneben auch die Mazdakiten (um 500).

Dass der Zoroastrismus nicht nur das Judentum (das ihm unter anderem das Konzept des bösen Widersachers, des Teufels, entliehen haben dürfte) und daher mittelbar auch das Christentum, sondern zudem wohl auch den frühen Islam beeinflusst hat, gilt als sehr wahrscheinlich, lässt sich aber im Einzelnen schwierig nachweisen.

Es gibt heute weltweit etwa 120.000 Mitglieder der Religion des Zoroastrismus (auch Mazdaismus oder Parsismus genannt), die meisten in Indien. Die heutigen in Indien ansässigen Anhänger nennt man Parsen. Zur Zeit gibt es eine Bewegung in der Kommune, alle dem zarathustrischen Glauben Zugehörigen unter dem Begriff „Zarathustrier“ zu vereinen, um wieder geschlossener auftreten zu können.

Bekannt wurde Zarathustra in der modernen westlichen Welt vor allem durch Nietzsches Buch „Also sprach Zarathustra“ und Richard Strauss' gleichnamige sinfonische Dichtung, die aber kaum Bezug zum historischen Zarathustra hat.

Der heutige Zoroastrismus
Der heutige Zoroastrismus existiert in sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Dies liegt insbesondere an der sehr veränderten Situation der Anhänger. Die modernen Zoroastrier leben weit verstreut: zirka 65.000 leben in Indien, dort werden sie Parsen genannt. Im Iran leben heute nur noch zirka 20.000 (1975: 21.400). In den USA und Kanada leben etwa 18.000–25.000, in Pakistan maximal 5.000 sowie zerstreut in anderen westlichen Ländern. Insgesamt dürfte es heute 120.000–150.000 Zoroastrier geben.

Die besondere Ausprägung und Interpretation der Religion ist bei jeder der verschiedenen, geographisch von einander getrennten Gruppen unterschiedlich. Besonders hervorstechende Unterschiede gibt es zwischen dem indischen und dem iranischen Zoroastrismus.

In Indien wird, beeinflusst vom Hinduismus, der Glaube an die Existenz der Amesha Spentas sehr in den Vordergrund gerückt, wodurch der zoroastrische Glaube dort polytheistische Tendenzen bekommen hat. Rituale spielen eine große Rolle.

Im Iran hat sich der Zoroastrismus heute zu einer stark auf Innerlichkeit ausgerichteten, sehr rationalen, ethischen Philosophie entwickelt. Im Mittelpunkt steht der Glaube an einen guten, gerechten, allwissenden Gott Ahura Mazda. Diesem guten Gott wird gedient, indem man gut denkt, gut handelt und gut spricht.

Einen nicht unerheblichen Einfluss, gerade mit der Aufnahme Ahrimans in einen christlichen Zusammenhang, hat der Zoroastrismus auch auf die Anthroposophie, die Lehre von Rudolf Steiner.

Bekannte Zoroastrier
* Xerxes I. (pers.: Khashayarshah), ein persischer Großkönig aus der Dynastie der Achämeniden
* Schapur I., auch der Große genannt, ein persischer Großkönig aus der Dynastie der Sassaniden
* Freddie Mercury (Sänger der Rockband Queen)
* Zubin Mehta, ein indischer Dirigent
* Die Familie Tata, eine indische Unternehmerdynastie
* Alexander Bard, ein schwedischer Sänger, Autor und Schauspieler sowie konvertierter Zoroastrier
* Dadabhai Naoroji, ein indischer(/parsischer) Politiker, 1892 erstes aus Asien stammendes Mitglied des britischen Unterhauses
* Indische Freiheitskämpfer: Pherozeshah Mehta, Dadabhai Naoroji und Bhikaiji Cama
* Homi Jehangir Bhabha, ein indischer Nuklearforscher parsischer Abstammung
* Homi K. Bhabha, ein indischer, postkolonialer Theoretiker
* Feroze Gandhi aus der Nehru-Gandhi-Familie, Ehemann Indira Gandhis und Vater Rajiv Gandhis und Sanjay Gandhis
* Farhang Mehr, ein iranischer, ehemaliger stellvertretender Premierminister des Irans, heute: Professor in Boston
* Kasra Vafadari, ein iranischer, ehemaliger Präsident der Universität Teheran sowie Präsident der Gesellschaft iranischer Zoroastrier; er lehrte zuletzt an einem Lehrstuhl der Universität Paris und wurde am 16. Mai 2005 in Paris ermordet.

Mischreligion und Abkömmlinge
Neben den starken Einflüssen auf Judentum, Manichäismus, Christentum und Islam gibt es auch eine neue Abspaltung außerhalb der klassischen Richtungen des Zoroastrismus, den Mazdaznan. Mit dem Begriff Mazdaznan wird eine religiöse Lehre bezeichnet, die nach eigenem Verständnis auf einem reformierten Zoroastrismus basiert. Begründet wurde sie von Otoman Zar-Adusht Ha’nish, bürgerlich vermutlich Otto Hanisch, der selbst angab, am 19. Dezember 1844 in Teheran geboren zu sein; er starb am 29. Februar 1936 in Los Angeles). Es handelt sich um eine Mischreligion von zoroastrischen, christlichen und einigen hinduistischen/tantrischen Elementen.


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Unterthema: Religionsvermischer Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Gupta-Reich
415 – 455 Kumara Gupta I (Sohn von Chandragupta II),
stiftet hinduistische, buddhistische und jinistische Kloster
Zitat:
König Kumaragupta I. (auch Kumara Gupta, Mahendraditya) herrschte im nordindischen Reich der Gupta zwischen 414 und 455. Die Inschriften von Bilsad sind der älteste Nachweis seiner Herrschaft. Sie gehen auf das Jahr 96 der Zeitrechnung von Gupta zurück, dem Jahr 415. Der Sohn von Chandragupta II. hatte eine lange Regierungszeit, in der sich das Reich innerlich konsolidierte. Er war -obwohl Hindu- bekannt für seine religiöse Toleranz und umfangreiche Stiftungen an hinduistische, buddhistische und jinistische Klöster. Die buddhistischen Klöster entwickelten sich zu (von der städtischen Wirtschaft abhängigen) Finanzzentren und die hinduistischen Klöster trumpften mit rasch wachsendem Landbesitz auf. Am Ende der Regierungszeit Kumaragupta I. rettete der Prinz Skandagupta das Reich seines Vaters bereits gegen einen großen Stammesaufstand der Pushyamitras am Narmada-Fluss. Kumaragupta I. soll nach einer Inschrift in einer Hunnenschlacht gefallen sein, die gleiche Inschrift berichtet vom Sieg Skandraguptas über die Hunnen. Skandagupta (reg. 455-67) verdrängte den Kronprinzen Purugupta und ging 458 mit der ersten Abwehr der Huna (Hunnen) als der vorletzte bedeutende Gupta-König in die Geschichte ein.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kumaragupta_I.


Die Vardhanas aus Indien
590 – 647 (Herrscher) Harsha Vardhana von Kannanj, seine Taten wurden im „Harshacarita“ von chin. Pilgermönch Xuanzang (630 – 643 in Indien) niedergeschrieben, Harshavardhana aus dem Geschlecht der Vardhanas (Generäle der Gupta), 606 auf Thron, Vorgänger und Bruder Rajya wird bei Verhandlungen von Shashanka (König von Bengalen, gest. 621) ermordet, Harshavardhana erobert Nordindien, 630 Chalukya-König Pulakeshin II schlägt Harshavardhana > Narmada als Grenzfluß im Süden, Kastenwesen, verschenkt aus Geldmangel Land an Brahmanen, Mahayana-Buddhismus (Oberschicht), buddh. Universität Nalanda (4000 Studenten), religiöse Feste z.B. um 643 :
1.Tag Veehrung Buddha,
2. Tag Vishnu,
3. Tag Schiva,
mit 18 Vasallenkönigen, 3000 buddh. Mönchen u. 2000 Brahmanen, 647 Harshavardhana Opfer von Brahmanenverschwörung

~ 800 Pattna Sambava („ der Lotusgeborene“) kommt von Indien nach Tibet und bringt Buddhismus mit> Tibetisches Totenbuch

1469 – 1538 Baba Nanak, stiftet Sikhismus (Hinduismus + Islam) > Monotheismus, keine Inkarnation, dennoch extatische Vereinigung mit Gott möglich, Nirwana
Zitat:
Guru Nanak Dev (* 15. April 1469 in Talwandi, heute Nankana Sahib bei Lahore; † 7. Mai oder 22. September 1539) ist ein indischer Heiliger und Religionsstifter des Sikhismus. Nanak wurde in dem Dorf Talwandi, dem heutigen Nankana Sahib, heute in Pakistan geboren. Seine Eltern waren Hindus, und er gehörte einer Händlerkaste an. Schon als Junge war er fasziniert von Religion, und sein Drang, die Geheimnisse des Lebens zu erforschen, brachte ihn dazu, sein Elternhaus zu verlassen und auf Wanderschaft durch weite Teile Nordwest-Indiens zu gehen. Er soll eine göttliche Stimme gehört haben, die ihm befahl, Glauben an einen Gott, Barmherzigkeit, Reinheit, Andacht und Dienen zu lehren. Nanak sah sich selbst als Schüler Gottes. Er betont in seinen Schriften (festgehalten im Guru Granth Sahib) immer wieder, dass er ausschließlich ein Diener und Schüler Gottes sei. Nanak hat sich laut eigener Aussage nie als Schüler irgendeines menschlichen Lehrers gesehen. Nach mehreren Jahren der Wanderschaft mit seinen ersten Jüngern, Mardana, einem Lautenspieler, und einem hinduistischen Bauern, Bala, begann Nanak zu lehren. Während dieser Zeit durchquerte er fast ganz Indien, er soll sogar bis nach Mekka und Medina gekommen sein. Er predigte vor Jain- und Hindu-Tempeln und vor muslimischen Moscheen und zog dabei eine Vielzahl von Sikhs (Schülern) an. Er war der Ansicht, Religion sollte die Menschen verbinden. Beeinflusst von unterschiedlichen lokalen Lehrtraditionen (insbesondere vom Sufismus und verschiedenen Bhakti-Kulten) lehrte er die Einheit Gottes jenseits der vielfältigen religiösen Formen seiner Anhänger. Ein bekanntes Zitat Nanaks lautet „Es gibt keine Hindus, es gibt keine Muslime, es gibt nur Geschöpfe Gottes.“ Nanak kritisierte Pilgerfahrten und Beschwörungsformeln im Hinduismus und behauptete, äußere Rituale stünden einer echten Religiosität im Wege. Nanak war ein Gegner des Kastensystems. Seine Anhänger bezeichneten ihn als Guru (Lehrer). Vor seinem Tod ernannte er Guru Angad zu seinem Nachfolger und zum Oberhaupt seiner Gemeinschaft.

http://de.wikipedia.org/wiki/Nanak_Dev

Die Sikh-Religion ist eine im 15. Jahrhundert entstandene Religion, die auf den Stifter Guru Nanak zurückgeht. Die im Punjab (Nord-Indien) begründete Religion – im deutschen Sprachraum auch als Sikhismus bezeichnet – hat über 20 Millionen Anhänger und zählt zu den jüngsten monotheistischen Weltreligionen. Wesentliche Merkmale der Sikh-Religion sind die Betonung der Einheit der Schöpfung, die Abkehr von „Aberglauben“, traditionellen religiösen Riten und sozialer Hierarchisierung entlang Religion, Herkunft und Geschlecht. Es existieren jedoch verschiedene formale Vorgaben z.B. bezüglich Kleidung, Namensgebung und Auftreten. Die Sikh-Religion orientiert sich nicht an der Einhaltung religiöser Dogmen, sondern hat das Ziel, religiöse Weisheit für den Alltag nutzbar zu machen. Guru Nanak sowie seine neun nachfolgenden Gurus (religiöse Vorbilder) unterstreichen in ihren Einsichten, die schriftlich in dem Werk Guru Granth Sahib überliefert sind, ihr Verständnis, über vorhandene Religionen hinauszugehen, und distanzieren sich inhaltlich von den dominierenden religiösen Traditionen ihres Zeitalters, darunter Buddhismus, Hinduismus und Islam.


http://de.wikipedia.org/wiki/Sikhismus


1920 irakische Schiiten, Sunniten, Christen und Juden vereinen sich gegen dieKolonialmächte

Irak
(shiitische Bevölkerung, von Sunniten regiert)
1921 – 1933 Faisal I, sunnit, Guerillakämpfer (mit Lawrence von Arabien) gegen Türken, wird nach Eroberung des Osmanischen Reiches 1920 König von Syrien und 1921 mit engl. Hilfe König des Irak

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Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Konkordat gekündigt werden sollte!                                         Zitat:   Kadosch   /   www.religionskritik.com
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